Da kommt ein kleiner Eisbär mit seiner Mama, einem Pferd, und dem Papa, einem Tiger, um die Ecke. Sie haben eine große Tüte für Süßigkeiten dabei und warten auf den Fastnachtsumzug.
In Wonsheim ist zu diesem Zeitpunkt mächtig was los. Gleich kommen die 36 Zugnummern, es sind über 700 Zugteilnehmer, angeführt vom Schirmherrn, VG-Bürgermeister Gerd Rocker, die Kirchgasse herunter und biegen am Dorfbrunnen und Pfarrgarten Richtung Rathaus ab. Dort treffen sie auf die meisten Zuschauer, die an diesem Nachmittag das närrische 111-jährige Jubiläum des Carnevalverein Wonsheim feiern. Geschätzt hat der Veranstalter im Nachhinein rund 1000 Zuschauer, sie alle sind verkleidet, die Stimmung ist prächtig.
Am Pfarrgarten moderieren Eva-Maria Schmitt und Mirco Neuhaus den Umzug. Sie grüßen nicht nur mit dem dreifach donnernden Helau, sondern bedanken sich auch bei jeder Gruppe. Dabei hört man auch immer wieder heraus, wie wichtig dem kleinen Verein das traditionelle Brauchtum ist. Das widerspiegelt sich nicht nur an den bunten Kostümen, sondern auch an den zahlreichen Fußgruppen, Motivwägen und vor allem an den vier Musikkapellen, die der Verein verpflichtet hat. Neben der Guggemusik „Die Stallkrawaller“ aus Bad Vilbel spielen noch der Musikzug der Feuerwehr Bechtolsheim, der KMV Weinheim und die Spielgemeinschaft Erbes-Büdesheim/Neu-Bamberg. Mirco Neuhaus erzählt: „Es war uns wichtig, diese Tradition zu pflegen, zu einem Fastnachtsumzug gehören auch gute Musikkapellen.“
In dem Moment als der CVW-Motivwagen, mit seiner drehenden 111, die drei Garden und der Elferrat um die Ecke biegen, macht der kleine Eisbär große Augen. Das närrische Komitee wirft mit vollen Händen das Wurfmaterial vom Wagen. Sie verteilen 500 Tafeln Schokolade, wie Eva-Maria Schmitt erzählt, 25 Kilo Äpfel und unzählige Mengen an hochwertigen Bonbons, Schokoriegeln und Fruchtgummitüten. Der Einkaufsbeutel des kleinen Eisbären ist schnell gefüllt.
Dass die Gemeinschaft und das Vereinsleben in Wonsheim ein wichtiger Bestandteil des Miteinanders im Dorf ist, sieht man an der Teilnahme der anderen Ortsvereine. Da ist der Schützenverein und der TSV, die Landfrauen mit ihrem Oldtimerfahrzeug und auch der Gesangverein in seiner schönen Kostümierung. Die evangelische Kirchengemeinde, als „Arme Kirchenmaus“ verkleidet, die Kita Sonnenschein und die Fahrradtruppe der Strampelmusen mit Ortsbürgermeister Jochen Emrich sorgen für gute Laune. Währenddessen fährt die Theatergruppe Dunselbühnchen auf ihrer Achterbahn und die Feuerwehr kümmert sich um die Sicherheit des Umzugs. Unter den Teilnehmern sind auch viele närrische Abordnungen. Der Siefersheimer Elferrat schaukelt im wahrsten Sinne des Wortes auf seiner Narrenkappe, die Stein-Bockenheimer Narren sind dabei und die Jäcke vom Appelbach aus Wöllstein werden von ihrem Ortsbürgermeister Johannes Brüchert angeführt. Die Gumbsheimer Fastnachter der TTC werden von ihrem Männerballett vertreten, der Wöllsteiner Fastnachts Club ist am Start und der CMV Neu-Bamberg begleitet seine vereinseigene Kapelle. Aus Frei-Laubersheim ist der Frauenelferrat, aus Gaugrehweiler der Fasenachtsverein und aus Heimersheim der HCC mit von der Partie. Auch aus den Nachbargemeinden sind viele Teilnehmer nach Wonsheim gekommen: die Landfrauen und Willy-Schobbe aus Stein-Bockenheim, die Rennschnecken aus Siefersheim und der Kindergarten aus Wendelsheim. Gumbsheim ist vertreten mit dem SV 2020 und dem Chor 17 und aus Wöllstein ist die Gruppe Jellicle dabei.
Es ist ein buntes Treiben, rund drei Stunden dauert der Umzug, bis er sich an der Gemeindehalle auflöst und die Party dann dort weitergeht. Der kleine Eisbär sitzt in dem Moment auf einer kleinen Bank und macht eine Tafel Schokolade auf. Eine Keksschokolade. Er ist glücklich. Wie alle anderen auch.
Ein ganz besonderer Tag für den CVW und die gesamte Gemeinde ist zu Ende. Bunte Farben und fröhliche Gesichter prägten das Straßenbild. Die Ortsfahnen waren an so vielen Häusern gehisst, die Grundstücke geschmückt. Wonsheim, das war grandios. Vielen Dank dafür.
Der Carnevalverein Wonsheim möchte sich bei allen bedanken, die so eine Großveranstaltung mit all ihren Richtlinien und Verordnungen auf die Beine gestellt haben. Ganz besonders danken wir unserem Schirmherrn, Bürgermeister Gerd Rocker, für seine Unterstützung sowie dem Ordnungsamt der VG Wöllstein um Nina Molitor und ihrem Team für die Hilfe bei der Organisation und der Umsetzung. Eine ganz wichtige Stütze von der Planung bis zur Durchführung war auch Wehrleiter Benjamin Roos mit den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Wonsheim, Wendelsheim und Siefersheim sowie der Werkfeuerwehr Sutter. Unterstützt wurden wir vom Malteser Hilfsdienst, der Polizei Alzey, einem privaten Sicherheitsunternehmen und von Wonsheimer Gewerbetreibenden und Winzern, sowie dem Bauhof der Ortsgemeinde Wöllstein, die mit ihren Fahrzeugen die Straßen absperrten und Mitarbeiter zur Verfügung gestellt haben, um das Sicherheitskonzept zu gewährleisten.
Auch für die Besetzung von Helfern in der Küche und an der Theke haben wir externe Hilfe benötigt. Als kleiner Verein, können wir dies nicht alles allein abdecken. Aus diesem Grund bedanken wir uns bei der Kerbegemeinschaft Gabsheim, die uns hier mit zahlreichen Helfern unterstützt hat sowie bei jedem einzelnen weiteren Helfer. Nicht zu vergessen die Organisationsteams des Carnevalverein Wonsheim, den Vorstandsmitgliedern und Wagenbaumeister Berni Matheis.
Abschließend bedanken wir uns bei allen Sponsoren und selbstverständlich auch bei den Wonsheimerinnen und Wonsheimern, die mit Lautstärke, ein bisschen Dreck und verkehrstechnischen Problemen für ein paar Stunden zurechtkommen mussten. Danke für Euer Verständnis.
Eine schöne Jubiläumskampagne ist zu Ende.
Der Carnevalverein Wonsheim grüßt dankbar mit einem letzten Helau in der Kampagne 2024/2025.